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Starie Novosti (Old Nouvelles)

Jeanette Zwingenberger

In der von Tommaso del Temanza stammenden historischen Biblioteca Zenobiana (1777) in Venedig befindet sich die Installation „Starie Novosti“ („Alte Nachrichten“) von Anastasia Khoroshilova. In starkem Kontrast zu dem in lieblichen Pastellfarben gehaltenen Deckenfresko der kostbaren Loggia stehen die neun Fotoleuchtkästen (100x80x17), die formal sowohl an eine Hochhausarchitektur als auch an Militär- oder Expeditionskisten erinnern. Auch die auf diesen angebrachten internationalen Markierungszeichen geben den hier „offensichtlich“ hergebrachten und abgestellten Werken einen Transportcharakter vorübergehender Zeitlichkeit.

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« Russkie. Über ein Projekt von Anastasia Khoroshilova », 2008

Thomas Elsen

Eine alte Frau sitzt auf einem einfachen Bettgestell vor ihrem Haus im Schatten eines Baumes. Ihre Haltung ist statuarisch, die Hände ruhen behutsam aber entschieden auf ihren Beinen, der Blick ist mit ernster Ruhe in die Kamera gerichtet. Die alte Frau strahlt vor allem eines aus: Würde – die Würde ihrer eigenen Erscheinung. Man ist sofort eingenommen von ihrem Charisma und einer eigentümlichen Autorität, die sich nicht aus der Repräsentanz einer gesellschaftlichen Funktion, geschweige denn aus Geld und Macht, sondern einzig aus ihrer in einem langen Leben gereiften Persönlichkeit übermittelt.

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« Auf Augenhöhe », 2008

Lothar Altringer

Anastasia Khoroshilova begegnet den Menschen, Dingen und Landschaften in ihren Fotografien auf Augenhöhe. Nie greift sie zu ungewöhnlichen Perspektiven, fotografiert von oben oder von unten. Die Menschen stehen ihr und der Kamera gegenüber, schauen fast immer in die Kamera. Sie haben sich in Pose gesetzt oder gestellt, wirken aber nicht verkrampft; man spürt, das zwischen Künstlerin und den Abgebildeten Vertrauen herrscht.

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« Anastasia Khoroshilova: Eine Pilgerschaft in das Land der lokalen Räume », 2008

Vitaly Patsyukov

Das Foto-Sehen von Anastasia Khoroshilova ist durch Unmittelbarkeit ihres Schaffensweges gekennzeichnet, der auch von ihrem Privatleben, der Dramaturgie ihrer biographischen Bewegungen nicht zu trennen sind, die ihrerseits den sozio-kulturellen „Wanderungen“ der Künstlerin nahestehen. Anastasia Khoroshilova befindet sich stets in Bewegung, sie wird ständig mit dem „Sehen“ beschäftigt, das Visuelle in ein eigenartiges Tagebuch der Reflexionen transformierend. Aber ihre „instumentalisierte Auge“ fixiert nicht nur eigene Orientierung an der ihr vorstehenden Realität – es ist eher die Realität selbst, die in die Kamera sieht, den Raum auf die Künstlerin „stürzend“ und in ihre Optik eindringend.

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The Existential Anthropology of Anastasia Khoroshilova », 2008

Viktor Misiano

« Five Stories, a project by Anastasia Khoroshilova », 2007

Bas Vroege

« To Find the Key That Fits », 2006

Alexander Borovsky

Let me declare at the outset that the photography of Anastasia Khoroshilova at first left me at a loss for words, but not for the usual reason of having to come to terms with a puzzle of conceptualized and peculiarly personal images. Rather, Khoroshilova’s images are clear and attractive, their “doors flung wide,” in the Russian poet’s phrase. The reason for my hesitation lay elsewhere. Indeed, strictly speaking, it lay in me, in the difficulty of finding an adequate language of description. I have long been unhappy with the state of affairs in this area. The descriptive language of modern photography took shape in the 1960s and has hardened in place ever since. Any writer today who ventures out without the shield of a philosophical or semiotical citation from Barthes (or Benjamin or Sontag or one of their ilk) must feel himself to be walking naked among wolves. As for photographers themselves (the advanced ones, of course, those most at home in the context of strategies of significance), it is unthinkable to imagine them even picking up a camera without also carrying along a copy of Barthes’ “Camera Lucida.” In short, modern photography is now entirely enlisted in the service of semiotics, social criticism and psychoanalysis (a service that has its rewards: the more open the photographer to interdisciplinary commentary, the more likely that he becomes “important”).

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« Vis a vis mit den Islanders », 2006

Stefano Pezzato

Anfang der neunziger Jahre, als die Sowjetunion sich aufzulösen begann, war Anastasia Khoroshilova noch ein Teenager. In dieser Zeit entschloss sie sich, sich der Fotografie zu widmen und ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen, um zu studieren und eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen.

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« Nastia Khoroshilova: Figur im Interieur », 2003

Viktor Misiano

« The Russia That We Have Not Lost »

Viktor Misiano

« Russians »

Georgij Nikich